- Vita-Cola
- Wasa-Knäckebrot (aber nur Wasa!)
- Ravensberger Butterfässchen
- Lakritze (am liebsten Salinos oder Salzheringe)
- deutsche Nutella
- Pflaumenmus
- Apfelmus
- Ferrero Küsschen
- Mineralölfreie Handseife im Nachfüllpack von alverde
- Kräutertee oder Fenchel-Anis-Kümmeltee (ja, iiih, ich weiß, ich mag ihn aber trotzdem gerne)
- Weltfrieden
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Samstag, 21. November 2015
Mitbringsel aus der Heimat
Hier eine unvollständige und unsortierte Liste an Dingen, die man uns gerne mit nach London bringen darf:
Montag, 31. August 2015
Neue Kisten
Meine Kiste hat Nachwuchs bekommen. Leckeren Nachwuchs mit kleinen süßen und herzhaften Snacks. Der Anbieter heißt graze und lockt mit gesunden Leckereien, die jeweils im Viererpack verschickt werden. Die Verpackung sieht dabei noch ganz hinreißend aus und das Prinzip Onlineversand ist genauso einfach und ansprechend wie bei meiner Gemüsekiste.
Man registriert sich und kann dann sofort mit dem Snack-Abo loslegen. In der Regel wird nach dem Zufallsprinzip ausgewählt, man sieht aber auf der Website alle angebotenen Sachen und kann dann jedes Mal entscheiden, ob man ihn mag und eventuell bekommen möchte, ob man ihn liebt und auf jeden Fall dabei haben möchte oder ob man ihn gar nicht mag und nie erhalten möchte.
Ich habe mir die Kiste einmal alle zwei Wochen abonniert und bin immer noch ganz verzückt von der Idee und Aufmachung. Die Kisten passen durch den Briefkastenschlitz, sodass man sie nicht noch umständlich abholen muss. Die Auswahl reicht von Popcorn und Gebäcksticks mit Dip über getrocknete Früchte bis hin zu Küchlein mit Teebeutel und Nussmischungen. Ideal für lange Büronachmittage also!
Man registriert sich und kann dann sofort mit dem Snack-Abo loslegen. In der Regel wird nach dem Zufallsprinzip ausgewählt, man sieht aber auf der Website alle angebotenen Sachen und kann dann jedes Mal entscheiden, ob man ihn mag und eventuell bekommen möchte, ob man ihn liebt und auf jeden Fall dabei haben möchte oder ob man ihn gar nicht mag und nie erhalten möchte.
Ich habe mir die Kiste einmal alle zwei Wochen abonniert und bin immer noch ganz verzückt von der Idee und Aufmachung. Die Kisten passen durch den Briefkastenschlitz, sodass man sie nicht noch umständlich abholen muss. Die Auswahl reicht von Popcorn und Gebäcksticks mit Dip über getrocknete Früchte bis hin zu Küchlein mit Teebeutel und Nussmischungen. Ideal für lange Büronachmittage also!
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Außerdem habe ich jetzt auch noch alle vier Wochen eine Fleisch- und Fischkiste abonniert, von meinem Gemüsekistenanbieter. Da kommt einmal Fisch und zweimal Fleisch, alles Bio und vor die Haustür geliefert. Zum Kühlen dienen Eiswürfelpacken und Wolltaschen, was sehr gut funktioniert und ganz toll nach Schaf (also Wandern!) riecht, hihi.Sonntag, 22. Februar 2015
Pancake Day
Faschingszeit ist hier Eierkuchenzeit. Oder Pfannkuchenzeit, für alle Nordis, Wessis und Südis*.
Jedes Jahr am Faschingsdienstag, hier offiziell Shrove Tuesday und noch offizieller Pancake Day genannt, gibt es in vielen englischsprachigen Ländern an jeder Ecke Eierkuchen. Die Supermärkte überschlagen sich mit Fertigmischungen und Zutaten, die sozialen Netzwerke glühen vor Rezepten. Und in der Stadt werden sie in allen möglichen Restaurants verkostet und es werden Pancake Races ausgetragen und dabei Eierkuchen um die Wette gewendet.
Diese Tradition des Eierkuchen-Rennens ist übrigens bereits 1445 (!) entstanden, als eine Hausfrau aus Olney, Buckinghamshire, gerade Eierkuchen machte und darüber den Gottesdienst vergaß. Als sie die Kirchenglocken hörte, sprintete sie mit der heißen Pfanne in der Hand zur Kirche. In Olney findet auch heute noch das wichtigste Rennen statt.
Der Herr auf dem Bild ist übrigens wahrscheinlich Mitglied des britischen Parlaments. In London laufen und wenden nämlich jedes Jahr Abgeordnete des Ober- und Unterhauses und Journalisten für einen guten Zweck um die Wette. Das Ganze sieht dann so aus:
Auch unser Team im Büro hat wieder um die Wette gebacken und Eierkuchen aus ganz Europa gemacht. Leider war ich dieses Jahr nicht dabei, aber letztes Jahr hatte ich sogar auch welche gebacken. Na ja, heute habe ich für mich welche gemacht, mit Heidelbeeren drin und leckerem deutschen Apfelmus dazu, hmmm!
Eierkuchen haben sich übrigens deshalb als Tradition etabliert, weil man vor der Fastenzeit noch alle reichhaltigen Lebensmittel wie Eier, Milch, Butter und Zucker aufbrauchen wollte. Traditionell werden die Pancakes am Pancake Day nur mit Eiern, Mehl und Milch zubereitet und dann mit Zitronensaft und Zucker gegessen. Nutella & Co. sind aber mittlerweile auch sehr beliebt.
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Jedes Jahr am Faschingsdienstag, hier offiziell Shrove Tuesday und noch offizieller Pancake Day genannt, gibt es in vielen englischsprachigen Ländern an jeder Ecke Eierkuchen. Die Supermärkte überschlagen sich mit Fertigmischungen und Zutaten, die sozialen Netzwerke glühen vor Rezepten. Und in der Stadt werden sie in allen möglichen Restaurants verkostet und es werden Pancake Races ausgetragen und dabei Eierkuchen um die Wette gewendet.
Diese Tradition des Eierkuchen-Rennens ist übrigens bereits 1445 (!) entstanden, als eine Hausfrau aus Olney, Buckinghamshire, gerade Eierkuchen machte und darüber den Gottesdienst vergaß. Als sie die Kirchenglocken hörte, sprintete sie mit der heißen Pfanne in der Hand zur Kirche. In Olney findet auch heute noch das wichtigste Rennen statt.
Der Herr auf dem Bild ist übrigens wahrscheinlich Mitglied des britischen Parlaments. In London laufen und wenden nämlich jedes Jahr Abgeordnete des Ober- und Unterhauses und Journalisten für einen guten Zweck um die Wette. Das Ganze sieht dann so aus:
Auch unser Team im Büro hat wieder um die Wette gebacken und Eierkuchen aus ganz Europa gemacht. Leider war ich dieses Jahr nicht dabei, aber letztes Jahr hatte ich sogar auch welche gebacken. Na ja, heute habe ich für mich welche gemacht, mit Heidelbeeren drin und leckerem deutschen Apfelmus dazu, hmmm!
Eierkuchen haben sich übrigens deshalb als Tradition etabliert, weil man vor der Fastenzeit noch alle reichhaltigen Lebensmittel wie Eier, Milch, Butter und Zucker aufbrauchen wollte. Traditionell werden die Pancakes am Pancake Day nur mit Eiern, Mehl und Milch zubereitet und dann mit Zitronensaft und Zucker gegessen. Nutella & Co. sind aber mittlerweile auch sehr beliebt.
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| aus dem Atlas zur deutschen Alltagssprache (AdA), Uni Augsburg |
Samstag, 10. Januar 2015
Es geht weiter: Bevölkerungsrekord in London
Nicht nur die U-Bahn platzt aus allen Nähten, auch in London selbst ist es jetzt so voll wie noch nie: In dieser Woche hat London seinen alten Bevölkerungsrekord von 1939 (8,6 Mio. Menschen!) eingestellt.
Damals, kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, war London nach New York die zweitgrößte Stadt der Welt. Der Krieg und eine verfehlte Wohnungsbaupolitik in der Nachkriegszeit ließen die Bevölkerung in den 1970er-Jahren auf gut 6 Millionen absinken.
Letzten Dienstag (6. Januar) hat die Stadt dann seinen 8.615.246sten Einwohner begrüßen können, eine neue Höchstmarke. Aber London boomt weiter, nach jüngsten Prognosen werden es 2030 schon 10 Mio. Einwohner sein – Tendenz steigend.
Damals, kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, war London nach New York die zweitgrößte Stadt der Welt. Der Krieg und eine verfehlte Wohnungsbaupolitik in der Nachkriegszeit ließen die Bevölkerung in den 1970er-Jahren auf gut 6 Millionen absinken.
Letzten Dienstag (6. Januar) hat die Stadt dann seinen 8.615.246sten Einwohner begrüßen können, eine neue Höchstmarke. Aber London boomt weiter, nach jüngsten Prognosen werden es 2030 schon 10 Mio. Einwohner sein – Tendenz steigend.
Ursache sind viele Geburten, eine höhere Lebenserwartung und natürlich Zuwanderung aus dem In- und Ausland: Während 1939 nur 2,7 % der Londoner im Ausland geboren wurden, sind es heute schon 37 %.
Sonntag, 7. Dezember 2014
U-Bahn: neuer neuer Beförderungsrekord
Ach, so langsam wird es langweilig. In drei Wochen wurde der Beförderungsrekord zweimal gebrochen. Am Freitag, den 28. November 2014 beförderte die Londoner U-Bahn insgesamt 4,725 Millionen Fahrgäste! Auch an dem Tag lief wieder eine MasterCard-Aktion, bei der Inhaber einer Contactless-Karte kostenlos fahren durften.
Donnerstag, 20. November 2014
U-Bahn: neuer Beförderungsrekord
Letzten Freitag war ein historischer Tag: Noch nie wurden an einem Tag so viele U-Bahn-Fahrten absolviert wie am 14. November, nicht mal zu den Olympischen Spielen 2012.
4,576 Mio. Fahrten. An einem Tag.
Dieser Rekord wird wohl bald wieder eingestellt werden, denn London wächst und wächst; 2030 sollen aus den bisher 8,4 Mio. Einwohnern schon 10 Mio. geworden sein.
Warum es an dem Freitag besonders hoch herging? Inhaber einer Contactless-MasterCard durften an dem Tag kostenlos fahren, um diese neue Zahlungsart zu bewerben – was auch direkt 175.000 Mal in Anspruch genommen wurde.
Seit September kann man nämlich nicht nur mit der Oyster Card U-Bahn fahren, sondern auch mit seiner Kreditkarte, sofern sie kontaktlos benutzbar ist. Das funktioniert dann auch genauso wie eine Oyster: Man hält die Kreditkarte ans Lesegerät und die Fahrt wird abgebucht (selbstverständlich mit allen Annehmlichkeiten eines Oyster-Tickets, z. B. Tages- und Wochen-Obergrenze; zusätzlich hat man den Vorteil, dass man die Kreditkarte nicht aufladen muss).
4,576 Mio. Fahrten. An einem Tag.
Dieser Rekord wird wohl bald wieder eingestellt werden, denn London wächst und wächst; 2030 sollen aus den bisher 8,4 Mio. Einwohnern schon 10 Mio. geworden sein.
Warum es an dem Freitag besonders hoch herging? Inhaber einer Contactless-MasterCard durften an dem Tag kostenlos fahren, um diese neue Zahlungsart zu bewerben – was auch direkt 175.000 Mal in Anspruch genommen wurde.
Seit September kann man nämlich nicht nur mit der Oyster Card U-Bahn fahren, sondern auch mit seiner Kreditkarte, sofern sie kontaktlos benutzbar ist. Das funktioniert dann auch genauso wie eine Oyster: Man hält die Kreditkarte ans Lesegerät und die Fahrt wird abgebucht (selbstverständlich mit allen Annehmlichkeiten eines Oyster-Tickets, z. B. Tages- und Wochen-Obergrenze; zusätzlich hat man den Vorteil, dass man die Kreditkarte nicht aufladen muss).
Dienstag, 18. November 2014
Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der Schönste* im ganzen Land?
* Werbespot. Der schönste Weihnachtswerbespot.
Ein kleines britisches Kuriosum ist das Wettrennen um den schönsten (anrührendsten, witzigsten, spektakulärsten) Werbespot fürs Weihnachtsgeschäft, das sich die hiesigen Einzelhandelsgiganten jedes Jahr liefern. Die Reklame wird mit allerhand Brimborium zelebriert und unter die Menschen gebracht. Dabei geht es meist um große Emotionen (und natürlich überhaupt nicht ums Geld, zwinker zwinker).
Um die diesjährige Krone kämpfen die beiden Big Player John Lewis (Kaufhaus) und Sainsbury's (Supermarkt). John Lewis setzt wie gewohnt auf große Gefühle, Putzigkeit (Kinder und Tiere gehen ja bekanntlich immer), herzzerreißende Musik und Erwachsene, die ihren Kaffeebecher mit beiden Händen festhalten:
John Lewis Christmas Advert 2014 - #MontyThePenguin from PIXEL CRAFT by Ângelo on Vimeo.
Innerhalb von 24 Stunden nach seiner Veröffentlichung im Internet wurde der Spot schon über 200.000 Mal geteilt! Ich gebe zu, ich finde ihn sehr schön und vor allem unglaublich gut gemacht. Der Pinguin, Monty, ist übrigens komplett animiert.
Sainsbury's dagegen setzt dieses Jahr auf große Gesten und Geschichte. Sie haben sich mit der Royal British Legion zusammengetan, um 100 Jahre nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges an den wundersamen Weihnachtsfrieden 1914 zu erinnern.
Sainsburys "Christmas is for Sharing" from Woodwork Music on Vimeo.
Mir persönlich ist es ja ein bisschen zu viel Pathos, aber ein deutsch-englisches Stille Nacht ist schon sehr bewegend. Die Schokolade aus dem Spot wird übrigens auch verkauft; der Erlös geht direkt an die RBL.
Wie eine Marketing-Bude ermittelte, wurde der Werbespot von Sainsbury's in den ersten 12 Stunden 25.089 Mal angesehen, während es John Lewis dabei "nur" auf 19.593 Views brachte (dass die sich nicht schämen!).
Beide Reklamefilme haben unzählige verzückte Anhänger. Die liebe Kritik bleibt allerdings nicht aus: Etliche Zuschauer haben sich beschwert, dass mit dem Ersten Weltkrieg für einen Supermarkt geworben wird. Hier muss man allerdings einwerfen, dass Sainsbury's schon seit 20 Jahren mit der RBL zusammenarbeitet.
Und ja, eine Beschwerde über John Lewis gab es selbstverständlich auch – Pinguine als Haustiere zu vermarkten, gehe ja schließlich nicht.
Was es 2014 sonst noch so für Weihnachtswerbung gibt und wie gut sie ist, erklärt die Boulevardzeitung Mirror.
Ein kleines britisches Kuriosum ist das Wettrennen um den schönsten (anrührendsten, witzigsten, spektakulärsten) Werbespot fürs Weihnachtsgeschäft, das sich die hiesigen Einzelhandelsgiganten jedes Jahr liefern. Die Reklame wird mit allerhand Brimborium zelebriert und unter die Menschen gebracht. Dabei geht es meist um große Emotionen (und natürlich überhaupt nicht ums Geld, zwinker zwinker).
Um die diesjährige Krone kämpfen die beiden Big Player John Lewis (Kaufhaus) und Sainsbury's (Supermarkt). John Lewis setzt wie gewohnt auf große Gefühle, Putzigkeit (Kinder und Tiere gehen ja bekanntlich immer), herzzerreißende Musik und Erwachsene, die ihren Kaffeebecher mit beiden Händen festhalten:
John Lewis Christmas Advert 2014 - #MontyThePenguin from PIXEL CRAFT by Ângelo on Vimeo.
Innerhalb von 24 Stunden nach seiner Veröffentlichung im Internet wurde der Spot schon über 200.000 Mal geteilt! Ich gebe zu, ich finde ihn sehr schön und vor allem unglaublich gut gemacht. Der Pinguin, Monty, ist übrigens komplett animiert.
Sainsbury's dagegen setzt dieses Jahr auf große Gesten und Geschichte. Sie haben sich mit der Royal British Legion zusammengetan, um 100 Jahre nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges an den wundersamen Weihnachtsfrieden 1914 zu erinnern.
Sainsburys "Christmas is for Sharing" from Woodwork Music on Vimeo.
Mir persönlich ist es ja ein bisschen zu viel Pathos, aber ein deutsch-englisches Stille Nacht ist schon sehr bewegend. Die Schokolade aus dem Spot wird übrigens auch verkauft; der Erlös geht direkt an die RBL.
Wie eine Marketing-Bude ermittelte, wurde der Werbespot von Sainsbury's in den ersten 12 Stunden 25.089 Mal angesehen, während es John Lewis dabei "nur" auf 19.593 Views brachte (dass die sich nicht schämen!).
Beide Reklamefilme haben unzählige verzückte Anhänger. Die liebe Kritik bleibt allerdings nicht aus: Etliche Zuschauer haben sich beschwert, dass mit dem Ersten Weltkrieg für einen Supermarkt geworben wird. Hier muss man allerdings einwerfen, dass Sainsbury's schon seit 20 Jahren mit der RBL zusammenarbeitet.
Und ja, eine Beschwerde über John Lewis gab es selbstverständlich auch – Pinguine als Haustiere zu vermarkten, gehe ja schließlich nicht.
Was es 2014 sonst noch so für Weihnachtswerbung gibt und wie gut sie ist, erklärt die Boulevardzeitung Mirror.
Sonntag, 21. September 2014
Was ich an London vermissen würde
In letzter Zeit werde ich mit dem Gedanken konfrontiert, wieder nach Deutschland zurückzukehren. Bis vor ein paar Wochen war das noch total undenkbar (miefige Kleingeistigkeit, noch mal von Null anfangen, all die bequemen Dinge des Lebens aufgeben, wäh!), aber zugegeben, nach dem krassen Kontrast New Forest/London gewinnt der Gedanke so langsam an Attraktivität. Um meine Hin- und Hergerissenheit mal in Worte zu fassen ist hier meine persönliche "Was ich an London vermissen würde"-Liste – in keiner bestimmten Reihenfolge und ganz sicher nicht vollständig. Und ja, mir ist bewusst, dass der Vergleich zwischen London und "irgendwo in Deutschland" ein Vergleich zwischen Äpfeln und Birnen ist.
- Dass man sieben Tage die Woche einkaufen gehen kann. Man kann einfach das ganze Wochenende nutzen und muss nicht alle Erledigungen in den Samstag quetschen. Es muss ja nicht lange sein (hier haben Geschäfte sonntags oft "nur" von 12 bis 18 Uhr geöffnet, aber eben alle).
- Dass man rund um die Uhr einkaufen kann. Supermärkte haben zum größten Teil von 7 bis 23 Uhr offen (auch unser kleiner im Haus), manche sogar rund um die Uhr.
- Alle sind sehr tolerant und offen, was wohl auch an dem hohen Ausländeranteil liegt. Jeder kann hier alles sein, was er will, es gibt kein dummes Gemunkel über Ungeheuerlichkeiten. Manche nennen es Gleichgültigkeit, ich nenne es Toleranz.
- Ich finde, der Umgang miteinander ist sehr höflich. Meist ist es zwar oberflächlich und manchmal auch passiv-aggressiv, aber "Sorry" und "Excuse me" sind eine wunderbare Möglichkeit, um genervt und doch höflich an anderen Menschen vorbeizuhetzen. Und ja, derjenige, dem auf den Fuß getreten wird, entschuldigt sich tatsächlich, auch wenn es natürlich eher als Ermahnung gemeint ist. :-) Darüber hinaus gibt es jedoch auch echte Höflichkeit, da werden fast immer Türen aufgehalten und Schwangeren Platz gemacht (von Männlein und Weiblein). Und ja, mir geht immer noch das Herz auf, wenn ich auf dem Wochenmarkt mit "Darling" oder "Love" angesprochen werde, auch wenn das hier natürlich eine ganz normale Anrede ist.
- Das Alltagstempo ist sehr hoch und man optimiert an allen Ecken und Enden, um hier und da noch ein Sekündchen zu sparen. Das klingt zwar eher nach einem Nachteil, aber wenn man erst mal in dem Rausch drin ist, freut man sich wie ein Honigkuchenpferd, wenn die Bahn genau an der Stelle hält, wo man sich wohlweislich hingestellt hat, oder wenn man sich in der Mittagspause erfolgreich durch die Menschenmassen gewieselt hat, um ganze zwei Sekunden schneller wieder im Büro zu sein.
- Überall so viele (kulturelle) Möglichkeiten, die man natürlich selten in Anspruch nimmt, aber immerhin immer könnte
- Lächerlicher Einkommenssteuersatz (aktuell 20 % für Normalsterbliche wie mich)
- NHS ohne Krankenkassenbeiträge
- Benefits für Angestellte wie leistungsbezogene Boni, private Krankenversicherung (bei der man jede Woche ein kostenloses Kinoticket bekommt), diverse Ermäßigungen, Steuervorteile, Pensionsfonds, "Wellness"-Guthaben, etc.
- Im Dienstleistungssektor wird man nicht wie ein Bittsteller behandelt; alle Behörden und Berater im weitesten Sinne sind wirklich darum bemüht, einem freundlich weiterzuhelfen, auch wenn das nicht immer klappt.
- Effizienter ÖPNV:Es meckern zwar viele, aber dafür, dass die Londoner U-Bahn schon 151 Jahre alt ist, funktioniert sie sehr gut und man ist schon genervt, wenn man mal länger als drei Minuten warten muss. Dasselbe gilt für Busse; man ist zwar erst mal überfordert, weil es unglaublich viele Linien und Haltestellen gibt und sie stehen auch gerne im Stau, aber wenn man weiß, wohin man will und worauf man sich einlässt, erreicht man jeden Fitzelwinkel der Stadt.
- Oyster Cards, die simpel und logisch zu benutzen sind: Geld und/oder Monatskarte draufbuchen und losfahren. Guthaben und/oder Monatstickets können ganz einfach am Automat/im Internet/automatisch aufgebucht werden. (Der Preis von aktuell 120 £ für mein "kleines" Monatsticket ist allerdings ein fettes Minus!)
- Pubkultur! Ob oll und schrullig in der Stadt oder schmuck und weiträumig auf dem Land ... in den Pubs man fühlt sich wohl, kann gut essen und trinken und vor allem ist die ganze Familie dabei.
- Meinen Yoga-Kurs
- Das Urlaubsgefühl, das man immer noch bekommt, wenn man an den Hauptsehenswürdigkeiten vorbeiläuft
- Glaube an Technik und neue Technologien: Es ist erst mal was Gutes, was den Menschen helfen soll. Man kann z. B. an der Bushaltestelle dank NFC oder QR-Code mit dem Handy nachgucken, wann der nächste Bus kommt. Oder jeden Fitzel mit Kreditkarte bezahlen (Und immer mehr Contactless, d. h. über einen RFID-Chip: Man hält die Karte einfach an das Auslesegerät und muss keine PIN mehr eingeben). Was das datenschutztechnisch bedeutet, steht natürlich auf einem anderen Blatt, aber man kann sich ja erst mal auf den Mehrwert besinnen, eh man wieder alles schlechtredet.
- Keine Steuererklärungen!! Die müssen kleine Angestellte nicht abgeben, das müssen nur Selbstständige und wer ganz viel verdient. Es gibt noch mehr Ausnahmen, aber sie sind tatsächlich Ausnahmen und wir mussten hier noch nie eine Steuererklärung einreichen.
- Das britische Fernsehen, das nicht so trashig ist wie in Deutschland. Die BBC hat so tolle Dokus über Geschichte, Kunst, Architektur, Natur und Kultur, das würde ich wirklich sehr, sehr vermissen. Und die laufen sogar zu ganz normalen Zeiten!
- Tolle Straßenmärkte, z. B. den Greenwich Market, die nicht nur "Made in China"-Schnulli haben, sondern hochwertige Dinge (und trotzdem erschwinglich)
- Effiziente und entgegenkommende Kostenverwaltung: Wenn man irgendwo weniger Aufwand verursacht (z. B. indem man irgendwas fürs Jahr bezahlt anstatt monatlich), wird es belohnt, indem z. B. Geld erlassen wird
- Das Bahnnetz, das von London aus ins ganze Land geht
- Wandern im ganzen Land! Man kann einfach überall langwandern, über Berg und Tal, und egal, wem das Land gehört. Weideland oder Feld? Gar kein Problem, solange ihr das Tor wieder hinter euch zumacht. Ich gebe zu, ich war in Deutschland noch nicht wirklich viel wandern, aber ich wüsste nicht, dass man Privatland betreten darf, geschweige denn, dass zu diesem Zweck extra Tore oder Kletterhilfen an den Zäunen angebracht werden.
- Wunderbare, oft kostenlose Museen: Die Ausstellungen sind einfach hervorragend aufgearbeitet, da können sich so viele Länder eine Scheibe abschneiden.
- Es werden so viele kleine Ideen auf die Beine gestellt, die wahrscheinlich nirgendwo anders Abenehmer oder Publikum finden würden. Selbstgemachte Cola? Super! "Zurück in die Zukunft" als Freiluftkino-Event? Ein Riesenhit! Ein Katzencafé? Oder – der neueste Schrei – ein Fischdosenrestaurant? Nur in London, Baby!
- Mein Konto mit derzeit 3 % Zinsen
- Die vergötterungswürdigen Landschaften, von der Küste über Wälder und Heidelandschaften bis hin zu Hügeln und Bergen. Und dabei haben wir bisher nur einen Bruchteil gesehen, was mir wirklich in der Seele wehtut. Ich will mehr mehr mehr sehen!!
Was ich an Deutschland vermisse
In letzter Zeit werde ich mit dem Gedanken konfrontiert, wieder nach Deutschland zurückzukehren. Bis vor ein paar Wochen war das noch total undenkbar (miefige Kleingeistigkeit, noch mal von Null anfangen, all die bequemen Dinge des Lebens aufgeben, wäh!), aber zugegeben, nach dem krassen Kontrast New Forest/London gewinnt der Gedanke so langsam an Attraktivität. Um meine Hin- und Hergerissenheit mal in Worte zu fassen ist hier meine persönliche "Was ich an Deutschland vermisse"-Liste – in keiner bestimmten Reihenfolge und ganz sicher nicht vollständig. Und ja, mir ist bewusst, dass der Vergleich zwischen London und "irgendwo in Deutschland" ein Vergleich zwischen Äpfeln und Birnen ist.
- Euch
- Einfach mal schnell raus in die Natur kommen
- Wenn mal eine große Veranstaltung ist, kann man tatsächlich überlegen hinzugehen, weil man etwas sehen würde.
- Lächerlich günstige Mietpreise und dass man eine Wohnung dann auch tatsächlich für eine bestimmte Zeit besitzt und nicht nur in ihr wohnt
- Döner (mit Fladenbrot) und Vita Cola (na ja, und sonst noch einige Lebensmittel)
- Mit dem Auto rumfahren, und zwar nicht nur notgedrungen, weil es keinen (ausreichenden) ÖPNV gibt, sondern um jemanden zu besuchen, was einzukaufen oder in den Urlaub zu fahren
- Die dezentralisierte Verwaltung: Es gibt nicht nur eine gottgleiche Stadt, in der alles entschieden wird (was zwar schön ist, wenn man darin wohnt, aber nervt, sobald man hinauskommt). Spiegel Online schrieb dazu neulich über London: "Die Hauptstadt [wird] als schwarzes Loch wahrgenommen, das sämtliche wirtschaftliche und politische Aktivität aufsaugt." Tja, da ist was dran.
- Das Wetter, weil es sich meistens entscheiden kann, was es sein will, ohne stündlich alle möglichen Jahreszeiten durchzugehen
- Geringere Gefahr eines Terroranschlags (besonders in der Provinz)
- Nicht so viele Menschen auf einem Fleck, vor allem beim Shoppen. Kein Stau auf dem Fußweg und vor den Geschäften, hallelujah!
- Gute Luftqualität
- Freibäder (auf Wunsch eines einzelnen Herren)
- Gute Gebäudequalität, fähige Handwerker, weniger Pfusch, weniger "Hauptsache es steht, funktioniert halbwegs und kann zu Geld gemacht werden" anstatt für die Ewigkeit zu bauen (wobei ich seit der BER-Posse auch langsam den Glauben verliere)
- Gute Fahrradwege
- Aus eigener leidiger Erfahrung: Preis und Verfügbarkeit von Fahrradteilen
- Weniger Touristen
- Höheres Rechts- und Pflichtbewusstsein
- Kapitalismus ist nicht alles
- Verlässlichkeit: Wenn man eine Zusage macht, meint man es in der Regel ernst.
- Direktheit, anstatt aus Höflichkeit um den heißen Brei zu reden (bei uns auf Arbeit ist die "German efficiency" schon ein Running Gag)
- Elektronikläden
- Anständige Sofas und Betten. Selbst die in der Werbung hier sind Schrott!
- Haustiere zu halten kommt eher infrage
Sonntag, 17. August 2014
Sunday Roast
Weil heute Sonntag ist, möchte ich euch eine sonntägliche britische Tradition vorstellen, den Sunday Roast. Der Sonntagsbraten ist in vielen Familien Pflicht und wird zudem in vielen Pubs und Restaurants angeboten. Gegessen wird er zwischen mittags und abends, meistens dient er als Hauptmahlzeit am Nachmittag.
Die englische Küche ist ja traditionell sehr fade und kalorienreich, das gilt auch für dieses Gericht. Aber ist es nun mal allgegenwärtig und gehört sonntags einfach (manchmal) dazu. Außerdem ist es echt interessant, wie viele Variationen sich die Pubs so ausdenken, überall sieht man andere Zusammenstellungen, von traditionell bis experimentell.
"Den" Sunday Roast gibt es nicht, aber allen gemeinsam ist Fleisch, Gemüse und andere Beilagen, die man aus Deutschland eher nicht kennt. Dazu gehört zum Beispiel der Yorkshire Pudding, der ein bisschen nach Eierkuchen schmeckt und wie ein explodiertes Sofakissen aussieht. Kartoffelbrei gehört auch oft dazu oder Bratkartoffeln (nur echt zweifach in Gänsefett geröstet!). An Fleisch wird alles Mögliche aufgetischt, in Pubs hat man meist die Wahl zwischen Schwein, Hühnchen, Rind, Lamm oder eine vegetarische Option. Als Gemüse gibt es (meist gedünstete) Mohrrüben, Brokkoli, Erbsen, Blumenkohl, Rüben, Pastinaken, und, und, und – je nach Saison.
| Schweineroast mit knusprigem Schweinebauch, Rübenmus, Rotkohl, Mohrrüben und Soße |
| Huhn mit Yorkshire Pudding (das Ungetüm oben drauf, das wie panierter Blumenkohl aussieht), kleinen Würstchen im Speckmantel, Rosmarinfüllung (die Scheiben links) und Brotsoße |
| Gemüse gibt es manchmal separat dazu zum Selbernehmen |
Dienstag, 12. August 2014
Mein Fahrrad ist tot, lang lebe mein Fahrrad!
Was war das für ein Schock letzte Woche am Sonntagabend. Da geht mein Liebster nichts ahnend in den Fahrradraum, um sein Rad fit für die nächste Woche zu machen, und kommt mit einem durchgesägten Schloss wieder hoch: Mein Fahrrad ist weg!
Da haben sich doch tatsächlich irgendwelche Spinner Zugang zu unserem Fahrradraum verschafft – Zutritt nur mit Transponder – und meins und noch mindestens ein anderes Rad mitgenommen, obwohl es mit zwei Schlössern angeschlossen war. Bei meines Liebsten Rad haben sie versucht, das Schloss durchzuschneiden, sind aber gescheitert.
Das Drama kennen wir aus Magdeburg schon und haben uns entsprechend wenig Hoffnung gemacht.
Am selben Abend haben wir es noch bei der Polizei gemeldet. Die haben zwei Telefonnummern, eine für Notfälle und eine für anderen Kram. Die Dame hat den Vorfall aufgenommen und wollte dann in den nächsten 48 Stunden noch jemanden vorbeischicken. Am selben Abend (ich meine, es war schon nach 22 Uhr) rief dann sogar noch jemand an und wollte am Montag mal gegen 20 Uhr vorbei schauen.
Am Montagabend kam ein Police Constable vorbei und hat sich alles angesehen. Er war wirklich sehr hilfsbereit und engagiert. Außerdem hatten wir noch Plakate aufgehängt, in der Hoffnung, jemand hätte etwas gesehen.
Diese Hoffnung hat sich Dienstagmorgen tatsächlich bewahrheitet. Nachbarn aus unserem Haus hatten bei ihrer Hunderunde ein entsorgtes Fahrrad im Kanal hinter unserer Bahnhaltestelle bemerkt. Unser Plakat (mit Foto) hat sie darauf gebracht, dass es sich um dasselbe Rad handeln könnte. Sie meldeten sich also bei uns und schickten uns ein Bild von der Fundstelle.
Was war geschehen? Die Junkies haben das Schloss, das am Ständer befestigt war, durchgeschnitten und soweit aufgebogen, dass sie das Rad wegtragen konnten. Im Gebüsch wollten sie dann versuchen, die Schlösser ganz ab zu machen. Da hatten sie aber nicht mit Abus-Qualität gerechnet: Sie haben mein armes Fahrrad komplett zerwürgt, die Schlösser aber haben gehalten. Daraufhin haben sie es dann (sicher total frustriert) in den Kanal geschmissen.
Das Rad hat wirklich sehr gelitten, rausgerissene Speichen, ein verborgener Pedalarm und einige Schürfwunden. Dazu hat es einige Tage im Wasser gelegen. Die Reparaturen könnten gut und gerne 400 £ verschlingen. Aber besser als weg, nech?
Mal sehen, was die Geschichte noch für ein Nachspiel hat. Auf unser Poster hin meldeten sich nämlich einige Nachbarn, die von geklauten Fahrrädern und schulterzuckenden Concierges berichteten. Und das kann ja wohl nicht sein. Da werden wir der Hausverwaltung mal ein bisschen auf die Füße treten, dass sich da besser gekümmert wird. Vor allem müssen die öffentlich zugänglichen Türen repariert werden, die sind nämlich alle irgendwie angeschlagen und leicht zu überwinden. Da hatten wir noch Glück, dass es sich anscheinend um Gelegenheitsdiebe handelte, die von Tuten und Blasen keine Ahnung hatten (und nicht wussten, dass man auch aus Fahrradteilen Geld machen kann).
Der zuständige Polizist war dafür sehr nett. Wenn man ihn denn erreicht hat. Eigentlich sollte die Polizei am Dienstag beim Bergen helfen und versprach, in den nächsten 2 Stunden einen Kollegen vorbeizuschicken. Leider war dann bis zum nächsten Tag Funkstille und mein Liebster hat das Rad dann mit Hilfe eines Baumarkt-Seils aus dem Wasser gezogen. Am Mittwochabend kam dann zufällig noch mal der erste Polizist vorbei, weil ich die Aussage noch unterschreiben musste. Er war dann total überrascht, dass mein Rad wieder aufgetaucht ist und entschuldigte sich, dass diese Info gar nicht an ihn herangetragen wurde.
Fortsetzung folgt.
Dienstag, 1. Juli 2014
Der Stapel der Verdammnis ist tot. Lang lebe der Stapel der Verdammnis!
Mit Stolz kann ich verkünden, dass es den Stapel der Verdammnis seit Sonntag (vorerst) nicht mehr gibt. Blut, Schweiß, Tränen, eine Stunde Zeit und zwei Müllsäcke hat es gekostet, dafür ist der Spuk nun endlich vorbei.
Lieblingsstapelfundstück: Der Willkommensbrief von unseren Mitgliedskarten fürs British Museum. Die Karten waren ein Jahr lang gültig und sind gestern abgelaufen ... so schließt sich der Kreis.
Lieblingsstapelfundstück: Der Willkommensbrief von unseren Mitgliedskarten fürs British Museum. Die Karten waren ein Jahr lang gültig und sind gestern abgelaufen ... so schließt sich der Kreis.
Donnerstag, 5. Juni 2014
Das Trennen ist des Mülles Lust
Ah, aua, ja, die Überschrift kann man in die Tonne treten. Aber in welche nur?
Ihr werdet überrascht sein, aber auch hier ist Recycling angekommen. Zwar noch nicht in dem Ausmaß wie z. B. in Deutschland, aber immerhin. Die EU – mal gucken, wie lange das Vereinigte Königreich noch dabei bleibt – hat ja ihren Mitgliedern vorgegeben, bis 2020 die Hälfte des Mülls zu recyceln. Je nach Bewertungskriterien gibt es da bisher unterschiedliche Ergebnisse. Aber in jedem Fall liegt der Streber Deutschland weit vorn. Werte, die für 2010 von der Europäischen Umweltagentur ermittelt wurden, besagen, dass Deutschland die Recycling-Ziele der EU mit 65 % schon locker erreicht hat. Das Vereinigte Königreich dagegen recycelte im selben Zeitraum 39 % der "Siedlungsabfälle", kann dafür aber einen dramatischen Anstieg in den letzten Jahren verzeichnen (allerdings gibt es hier erhebliche regionale Unterschiede).
Übrigens wird der Recycling-Müll hier etwas anders getrennt. Statt Tonnen und Säcke für einzelne Materialien gibt es eine Tonne für Glas, Plastik, Papier und Metall zusammen.
Ihr werdet überrascht sein, aber auch hier ist Recycling angekommen. Zwar noch nicht in dem Ausmaß wie z. B. in Deutschland, aber immerhin. Die EU – mal gucken, wie lange das Vereinigte Königreich noch dabei bleibt – hat ja ihren Mitgliedern vorgegeben, bis 2020 die Hälfte des Mülls zu recyceln. Je nach Bewertungskriterien gibt es da bisher unterschiedliche Ergebnisse. Aber in jedem Fall liegt der Streber Deutschland weit vorn. Werte, die für 2010 von der Europäischen Umweltagentur ermittelt wurden, besagen, dass Deutschland die Recycling-Ziele der EU mit 65 % schon locker erreicht hat. Das Vereinigte Königreich dagegen recycelte im selben Zeitraum 39 % der "Siedlungsabfälle", kann dafür aber einen dramatischen Anstieg in den letzten Jahren verzeichnen (allerdings gibt es hier erhebliche regionale Unterschiede).
Übrigens wird der Recycling-Müll hier etwas anders getrennt. Statt Tonnen und Säcke für einzelne Materialien gibt es eine Tonne für Glas, Plastik, Papier und Metall zusammen.
Montag, 26. Mai 2014
Insel des ewigen Frühlings
Von wegen die Kanaren sind die Inseln des ewigen Frühlings. Dass ich nicht lache! Mit 20 °C Durchschnittstemperatur ist ja selbst "Inseln des Frühsommers" noch untertrieben. Nein, die wahre Insel des ewigen Frühlings ist natürlich Großbritannien. Hier herrscht das ganze Jahr über Aprilwetter, mehr Frühling geht ja gar nicht. Mit der Annahme 15 °C und wechselhaft liegt man eigentlich selten daneben, egal in welcher Jahreszeit. Ja, es regnet ab und zu, aber selten richtig lange und weil fast immer ein kleines Lüftchen weht, ist eine halbe Stunde nach der 10-Minuten-Husche nichts mehr vom Regen zu sehen. Außerdem muss man sich vor Augen halten, dass das üppige Grün natürlich nicht von ungefähr kommt. Ein weiterer Vorteil des ewigen Frühlings: Wenn man samstags früh halb 9 im Regen an der Londoner Southbank entlangläuft, hat man die ganze Promenade für sich! Normalerweise kann man da den Fußweg nicht sehen, so voll ist es.
PS: Eine Stunde später war die Sonne schon wieder draußen, als ob nichts gewesen wäre.
PS: Eine Stunde später war die Sonne schon wieder draußen, als ob nichts gewesen wäre.
Mittwoch, 21. Mai 2014
Netflix
Ich habe heute gelesen, dass Netflix auch bald in Deutschland verfügbar ist. Wir haben seit einigen Monaten hier Netflix, aber ich muss sagen, besonders beeindruckt bin ich nicht. Grundsätzlich gilt, egal was man sehen möchte (Filme oder Serien, auch hornalte), auf Netflix gibt es das garantiert nicht. Einige Blockbuster haben es zwar zu Netflix geschafft, aber die Wunschkandidaten sucht man vergebens. Mit Serien genauso; sollte mal eine dabei sein, die man sehen möchte, hat Netflix garantiert nur wenige Staffeln im Programm. Für einen faulen Couch-Samstagabend reicht es allemal und wir haben mittlerweile auch eine gut gefüllte Liste mit Sachen, die wir noch sehen möchten, aber wehe, man hat etwas Bestimmtes im Kopf. Die 6 £ im Monat für unbegrenztes Streaming tun nicht weh, darum haben wir es bisher noch nicht wieder abgemeldet. Das ist aber auch irgendwie das einzige Argument ...
Donnerstag, 8. Mai 2014
Der Stapel der Verdammnis
"Das hefte ich später ab", sagte sie und wurde von einem vier Meter hohen Papierstapel erschlagen. Gut, so schlimm ist es noch nicht, aber fast. Kennt ihr ihn auch, den Stapel der Verdammnis? Rechnungen, Briefe, Quittungen und sonstigen Kladderadatsch, den man mal wegheften müsste, wenn man nur mal dazu kommen würde. Unser Stapel kann bald seinen ersten Geburstag feiern. Dabei hatte alles so harmlos angefangen mit ein paar Zettelchen in der Küche. Aus den Zettelchen wurde ein kleiner Stapel und als sich Besuch ankündigte (aber die Abheft-Motivation ausblieb), zog der Stapel ins Wohnzimmerregal. Dort wohnt er immer noch und ist bald volljährig. Inzwischen gab es schon wieder etliche neue Küchenstäpelchen, die von Zeit zu Zeit auf den Wohnzimmerstapel umgeschichtet wurden. Dabei ist es doch so einfach: Stapel sichten, die Guten in die Ordner und die Schlechten in den Papierkorb. Hach, eines Tages ...
Mittwoch, 7. Mai 2014
Zimmer mit Aussicht
Habt ihr schon mal die Aussicht von meinem Schreibtisch gesehen? Nein? Ganz sicher? Damit habe ich doch schon zigmal angegeben. Immer noch nicht? Na dann hier eben noch mal!
Es ist immer wieder faszinierend, wie unterschiedlich die Skyline je nach Tageszeit und Wetter ist. Aber ganz ehrlich, wenn man die meiste Zeit des Tages diesen Blick vor der Nase hat, gibt es nicht viele andere Sachen, über die man sonst berichten könnte.
Es ist immer wieder faszinierend, wie unterschiedlich die Skyline je nach Tageszeit und Wetter ist. Aber ganz ehrlich, wenn man die meiste Zeit des Tages diesen Blick vor der Nase hat, gibt es nicht viele andere Sachen, über die man sonst berichten könnte.
Freitag, 2. Mai 2014
NHS und Krankenhäuser
Das britische Gesundheitssystem ist etwas anders aufgebaut als das deutsche. An der Spitze steht der staatliche NHS (National Health Service), der allen Personen mit Wohnsitz im Vereinigten Königreich eine kostenlose medizinische Grundversorgung bietet. Er wird ausschließlich durch Steuern finanziert, nicht durch eine Sozialversicherung. Eine private Zusatzversicherung ist möglich und viele Arbeitgeber bieten das mit als Zugabe zum Gehalt (aha, Sachbezüge nennt man das also, bei uns heißt das Benefits). Ich habe auch so eine, musste sie aber bisher noch nie in Anspruch nehmen.
Voraussetzung für eine Behandlung ist, dass man sich bei einem GP (General Practitioner), einem Hausarzt, registriert hat. Dieser ist immer der erste Ansprechpartner, Fachärzte gibt es nur mit Überweisung. Die Terminvergabe läuft automatisiert, d. h. wenn der GP eine Überweisung veranlasst, kriegt man ein paar Tage später einen Brief vom Facharzt bzw. Krankenhaus mit einem Termin (wenn der nicht passt, muss man eine Hotline anrufen). Für Rezepte muss man beim Einlösen eine Gebühr zahlen (aktuell 8,05 £), die Medikamente sind dann aber kostenlos.
Der NHS ist im Ausland sehr verschrien, aber ich muss sagen, ich habe bisher nur positive Erfahrungen gemacht und fühle mich gut aufgehoben. Liegt wahrscheinlich auch an der Großstadt. Man muss sich immer vor Augen halten, dass es nur eine Grundversorgung ist. Manchmal hat man richtig Pech (ich kenne einige Horrorstorys), aber meine Ärzte waren bisher sehr nett und machten einen kompetenten Eindruck, auch wenn es erst mal irritierend ist, wenn sie im Intranet nach Krankenheiten googeln oder in einem telefonbuchartigen Schinken nach Medikamenten suchen. Hier ist das der heilige Gral des neuesten Wissensstandes ... Die Kliniken sind auf den ersten Blick etwas abschreckend. Sie versprühen einen spröden sozialistischen Charme und sind gerne etwas abgeranzt. Aber mal ehrlich, die sterilweißen Krankenhäuser und Arztpraxen in Deutschland haben die Hygieneweisheit ja auch nicht gerade mit Löffeln gefressen.
Hier mal ein Blick in "mein" Krankenhaus:
Donnerstag, 1. Mai 2014
Feiertage
Ihr habt's gut! Heute am 1. Mai habt ihr frei und wir schuften im Büro. Aber dafür haben wir nächsten Montag frei. Unsere Feiertage sind nämlich ein bisschen anders als in Deutschland.
Unsere heißen "bank holidays", was ursprünglich die Tage bezeichnete, an denen keine Bankgeschäfte abgewickelt wurden. Konsumiert wird an den Tagen heute trotzdem; die meisten Geschäfte haben geöffnet, aber zumindest wird dem Großteil der Schreibtischtäter ein freier Tag gegönnt.
In England und Wales gibt es folgende Feiertage (unterscheiden sich z. T. von Schottland, Nordirland und Irland):
Unsere heißen "bank holidays", was ursprünglich die Tage bezeichnete, an denen keine Bankgeschäfte abgewickelt wurden. Konsumiert wird an den Tagen heute trotzdem; die meisten Geschäfte haben geöffnet, aber zumindest wird dem Großteil der Schreibtischtäter ein freier Tag gegönnt.
In England und Wales gibt es folgende Feiertage (unterscheiden sich z. T. von Schottland, Nordirland und Irland):
- 1. Januar (New Year's Day)
- Karfreitag (Good Friday)
- Ostermontag (Easter Monday)
- erster Montag im Mai (Early May Bank Holiday)
- letzter Montag im Mai (Spring Bank Holiday)
- letzter Montag im August (Summer Bank Holiday)
- 25. Dezember (Christmas Day)
- 26. Dezember (Boxing Day)
Geplant haben wir für das lange Wochenende noch nichts. Wie überall auf der Welt heißt Feiertag hier auch, dass es voll und unverschämt teuer wird, wenn man irgendwo hinfahren(/-fliegen) möchte...
Mittwoch, 30. April 2014
U-Bahn-Streik II
Ach, was soll ich sagen, wie langweilig! Ich bin heute Morgen so unspektakulär wie eh und je zur Arbeit gefahren. Meine Station war zwar gesperrt, aber ich bin eine weiter nach King's Cross gefahren und dort fuhr auch direkt ein Bus nach Angel (wo ich arbeite). Das Wetter war so schön, ich hätte auch laufen können, aber mit Laptop und Tastatur bewaffnet macht das keinen Spaß. Die U-Bahn war richtig leer und das Büro ist es auch. Alles halb so wild!
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