LDN

Samstag, 3. Mai 2014

London City Farms

Man möchte es kaum glauben, aber hier in London, mitten in der Stadt, gibt es etliche Bauernhöfe, die man kostenlos besuchen kann. Dort können sich die kleinen Stadtkinder dann angucken, wie so ein Schaf aussieht und vielleicht auch, wie eine Mohrrübe wächst. An manchen ist noch ein Reitclub angeschlossen.



Es gibt in London 9 kostenlose City Farms. Diese finanzieren sich überwiegend über Spendengelder, außerdem haben sie noch einen Hofladen oder ein Café, wo Erzeugnisse verkauft werden. Ehrenamtliche Helfer werden auch immer gesucht.

Auf den Bildern seht ihr ein paar Bewohner der Mudchute City Farm und der Surrey Docks Farm, die beide nicht allzu weit von uns entfernt sind. Es sind überwiegend Schafe und Ziegen, Geflügel, Schweine, Ponys, Rinder, Esel, Lamas und Kleintiere wie Kaninchen und Meerschweinchen.

Freitag, 2. Mai 2014

NHS und Krankenhäuser

Das britische Gesundheitssystem ist etwas anders aufgebaut als das deutsche. An der Spitze steht der staatliche NHS (National Health Service), der allen Personen mit Wohnsitz im Vereinigten Königreich eine kostenlose medizinische Grundversorgung bietet. Er wird ausschließlich durch Steuern finanziert, nicht durch eine Sozialversicherung. Eine private Zusatzversicherung ist möglich und viele Arbeitgeber bieten das mit als Zugabe zum Gehalt (aha, Sachbezüge nennt man das also, bei uns heißt das Benefits). Ich habe auch so eine, musste sie aber bisher noch nie in Anspruch nehmen.

Voraussetzung für eine Behandlung ist, dass man sich bei einem GP (General Practitioner), einem Hausarzt, registriert hat. Dieser ist immer der erste Ansprechpartner, Fachärzte gibt es nur mit Überweisung. Die Terminvergabe läuft automatisiert, d. h. wenn der GP eine Überweisung veranlasst, kriegt man ein paar Tage später einen Brief vom Facharzt bzw. Krankenhaus mit einem Termin (wenn der nicht passt, muss man eine Hotline anrufen). Für Rezepte muss man beim Einlösen eine Gebühr zahlen (aktuell 8,05 £), die Medikamente sind dann aber kostenlos.

Der NHS ist im Ausland sehr verschrien, aber ich muss sagen, ich habe bisher nur positive Erfahrungen gemacht und fühle mich gut aufgehoben. Liegt wahrscheinlich auch an der Großstadt. Man muss sich immer vor Augen halten, dass es nur eine Grundversorgung ist. Manchmal hat man richtig Pech (ich kenne einige Horrorstorys), aber meine Ärzte waren bisher sehr nett und machten einen kompetenten Eindruck, auch wenn es erst mal irritierend ist, wenn sie im Intranet nach Krankenheiten googeln oder in einem telefonbuchartigen Schinken nach Medikamenten suchen. Hier ist das der heilige Gral des neuesten Wissensstandes ... Die Kliniken sind auf den ersten Blick etwas abschreckend. Sie versprühen einen spröden sozialistischen Charme und sind gerne etwas abgeranzt. Aber mal ehrlich, die sterilweißen Krankenhäuser und Arztpraxen in Deutschland haben die Hygieneweisheit ja auch nicht gerade mit Löffeln gefressen.

Hier mal ein Blick in "mein" Krankenhaus:

Donnerstag, 1. Mai 2014

Feiertage

Ihr habt's gut! Heute am 1. Mai habt ihr frei und wir schuften im Büro. Aber dafür haben wir nächsten Montag frei. Unsere Feiertage sind nämlich ein bisschen anders als in Deutschland.

Unsere heißen "bank holidays", was ursprünglich die Tage bezeichnete, an denen keine Bankgeschäfte abgewickelt wurden. Konsumiert wird an den Tagen heute trotzdem; die meisten Geschäfte haben geöffnet, aber zumindest wird dem Großteil der Schreibtischtäter ein freier Tag gegönnt.

In England und Wales gibt es folgende Feiertage (unterscheiden sich z. T. von Schottland, Nordirland und Irland):

  • 1. Januar (New Year's Day)
  • Karfreitag (Good Friday)
  • Ostermontag (Easter Monday)
  • erster Montag im Mai (Early May Bank Holiday)
  • letzter Montag im Mai (Spring Bank Holiday)
  • letzter Montag im August (Summer Bank Holiday)
  • 25. Dezember (Christmas Day)
  • 26. Dezember (Boxing Day)

Geplant haben wir für das lange Wochenende noch nichts. Wie überall auf der Welt heißt Feiertag hier auch, dass es voll und unverschämt teuer wird, wenn man irgendwo hinfahren(/-fliegen) möchte...

Mittwoch, 30. April 2014

U-Bahn-Streik II

Ach, was soll ich sagen, wie langweilig! Ich bin heute Morgen so unspektakulär wie eh und je zur Arbeit gefahren. Meine Station war zwar gesperrt, aber ich bin eine weiter nach King's Cross gefahren und dort fuhr auch direkt ein Bus nach Angel (wo ich arbeite). Das Wetter war so schön, ich hätte auch laufen können, aber mit Laptop und Tastatur bewaffnet macht das keinen Spaß. Die U-Bahn war richtig leer und das Büro ist es auch. Alles halb so wild!

Dienstag, 29. April 2014

U-Bahn-Streik

Alarm, Alarm, nichts geht mehr!

Seit gestern Abend streikt die Londoner U-Bahn für 48 Stunden, um gegen die Schließung der Ticketschalter (und damit den Abbau zahlreicher Arbeitsplätze) zu demonstrieren. Das Ganze gab es im Februar schon aus demselben Grund und wird es voraussichtlich auch nächste Woche wieder geben.


Ganz zu ist die Tube natürlich nicht, es gibt einen Notfallplan, so dass die meisten Strecken bedient werden (nur nicht ganz so oft und nicht alle Stationen; meine auf Arbeit ist z. B. zu, so dass ich entweder 15 Minuten laufen oder einen überfüllten Bus nehmen müsste). Was trotzdem dazu führen wird, dass in der Stadt ein einziges Chaos herrscht: Zu den Pendlerzeiten ist es so schon überfüllt, wenn sich dieselben Menschenmassen in weniger Züge quetschen müssen, kann das nicht gut gehen.

Wir haben das Glück, dass wir relativ flexibel arbeiten können, so dass ich heute auch zu Hause bleibe. Morgen werde ich mal versuchen, mich ins Büro zu kämpfen.

Wartende/gequetschte/frustrierte Menschenmassen während des Februar-Streiks gibt es hier zu sehen: http://www.dailymail.co.uk/news/article-2552044/Londoners-face-tube-strike-chaos-underground-worker-pictured-sleeping-desk.html

Montag, 28. April 2014

Die Kiste

Seit bestimmt 1 1/2 Jahren haben wir eine Obst- und Gemüsekiste abonniert. Die kommt immer montags (wird angeliefert) und enthält Bio-Obst und -Gemüse für eine Woche. Für die darbenden Großstädter gibt es viele solcher Angebote, unsere Kiste kommt von Abel & Cole. Deren Website hat mich einfach am meisten angesprochen.


Man bestellt seine Kiste online, es gibt viele verschiedene Größen und auch nur Obst oder nur Gemüse. Das Ganze läuft als Abo, d. h. standardmäßig kriegt man einmal pro Woche eine Box. Bezahlt wird per Kontoeinzug. Vor jeder Lieferung kann man online gucken, was in der nächsten Kiste drin ist und dann entscheiden, ob man etwas umtauschen möchte. Man kann Sachen einmalig aussetzen oder sagen, dass man bestimmte Produkte nie haben will. Unsere Kiste kostet ca. 15 £ pro Woche. Zusätzlich gibt es noch alle möglichen anderen (Bio-)Sachen, von Lebensmitteln bis hin zu Spüli, die man mitbestellen kann. Das nehmen wir auch ab und zu in Anspruch (die haben z. B. ein tolles Olivenöl).

Warum? In erster Linie, damit man gezwungen ist, mehr Frisches zu essen. Und damit man nicht immer nur die gleichen drei Sorten Obst/Gemüse im Supermarkt kauft. Das klappt auch sehr gut! Ein weiteres Plus ist, dass man weniger schleppen muss, so ohne Auto.

Sprachliche Entgleisungen im Urlaub

Als Übersetzer ist man ja eigentlich nie im Urlaub – bei schlechter Sprache kann man einfach nicht abschalten –, aber wenn, dann findet man oft putzige Fehlübersetzungen, die das Herz erfreuen. Vor allem, weil man dann wieder weiß, dass Google Translate & Co. noch immer keine Gefahr für den eigenen Arbeitsplatz sind. Im Internet gibt es natürlich 1 Fantastillion Beispiele für schlimme Übersetzungen, aber hier sind zwei, die ich persönlich "erlebt" habe.

Bordmagazin von easyJet

Ein tolles Beispiel und ein Problem, auf das ich auch fast täglich aufpassen muss.

to save:
1. sparen (Save 10% = Sparen Sie 10 %)
2. speichern (to save a file = eine Datei speichern)

Hotel auf Teneriffa






Auch hier geht es wieder um die verflixte Bedeutungsvielfalt.

lime:
1. Limette
2. Kalk

Übrigens wäre das nicht passiert, wenn man aus dem Spanischen übersetzt hätte (soweit ich das beurteilen kann).