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Mittwoch, 7. Mai 2014

Is dat Kunst oder kann dat wech?

Kunst ist hier allgegenwärtig. Ob drinnen oder draußen, es gibt in der Stadt kaum ein Fleckchen, auf dem keine Statuen, Skulpturen oder Kunstinstallationen stehen. Bekannte und unbekannte Künstler können sich hier austoben, manchmal dauerhaft und manchmal temporär, und die Besichtigung ist meistens kostenlos. Ich gebe zu, ich bin ein absoluter Kunstbanause, aber manchmal trifft man auch einfach so beim Stadtbummel auf, tja, Kunst.
Endless Stair, Tate Modern
The Great Greenwich Whale, Greenwich
Rudolph the Reindeer, Covent Garden
Giraffe in a Phone Box, Covent Garden
Eisskulpturenfestival, Canary Wharf

Zimmer mit Aussicht

Habt ihr schon mal die Aussicht von meinem Schreibtisch gesehen? Nein? Ganz sicher? Damit habe ich doch schon zigmal angegeben. Immer noch nicht? Na dann hier eben noch mal!
Es ist immer wieder faszinierend, wie unterschiedlich die Skyline je nach Tageszeit und Wetter ist. Aber ganz ehrlich, wenn man die meiste Zeit des Tages diesen Blick vor der Nase hat, gibt es nicht viele andere Sachen, über die man sonst berichten könnte.

Montag, 5. Mai 2014

Rochester > Canterbury

Ich bin so tot! Meine Oberschenkel fühlen sich an, als würde alles unter der Haut wie heißes Wachs die Knochen hinunterlaufen. Und meine Hände, aua, aua! Die Handballen fühlen sich an wie Gehacktes. Wie ich dazu komme? Hier ist der Übeltäter:
Wir haben eine Radtour gemacht. Die erste dieses Jahr für mich. Die erste seit laaaanger Zeit für mich. Und zwar den alten Pilgrims Way  Pilgerweg  entlang von Rochester nach Canterbury, deren Kathedrale nach dem Mord an Erzbischof Thomas Beckett 1170 zu einer großen Pilgerstätte wurde. Losgefahren sind wir in Rochester, bzw. gleich nebenan in Strood (ein Stadtteil von Rochester), das man von Lewisham aus (von uns aus mit dem Rad 3 Minuten) mit einem Direktzug in einer Stunde erreichen kann.
Rochester ist ein hübsches kleines und sehr altes Städtchen mit einer Burg, an der gerade ein Volksfest war. Leider hatten wir keine Zeit, uns Rochester Castle genauer anzuschauen, aber immerhin sind wir daran und an der Rochester Cathedral vorbeigeradelt.
Dann ging es hinaus aufs Land und das war so richtig satt grün, wie man es im Land des Regens erwarten würde.
Wir waren mit Mountainbikes unterwegs und die brauchte man auch. Es ging über Felder, vorbei an endlosen Rapsfeldern und Schafs-, Rinder- und Pferdeweiden, durch den Wald, z. T. durch richtig tiefen Schlamm und Pfützen, dann wieder ein Stück Straße oder durch ein kleines Dorf mit nettem Pub ... sehr abwechslungsreich.
Das galt leider auch für die Höhenmeter. Es ging immer bergauf und bergab, was mit 0 Kondition nicht so einfach ist. Ich gebe zu, ich musste öfter mal einen Anstieg hochschieben, habe mich aber besser durchgebissen, als ich gedacht hätte. An einer sehr ausgefahrenen Stelle bin ich auch einmal gestürzt, aber bis auf einen fetten blauen Fleck am Oberschenkel ist nichts passiert.
Unterwegs haben wir eine Riegelpause am "Resting Pilgrim" gemacht. Dann ging es weiter, der Gedanke an ein schönes Pub Lunch hat mich am Leben gehalten. Leider gab es ab dem Augenblick, als wir uns auf eine Pubpause geeinigt hatten, weit und breit kein Pub mehr, nur irgendwelche Kaschemmen an der Hauptstraße oder McDonald's. Also weitergefahren.
Die Häuser am Horizont gehören zum Örtchen Wye, wo mir das nächste Pub versprochen wurde. Darum bin ich so schnell unterwegs, tihihi.
Jaaa, und dann kam sie endlich, die langersehnte lange Pause mit eiskalter Cola und einem warmen Essen. Und das in einem sehr hübschen ruhigen Landpub, dem New Flying Horse Inn in Wye. Genauso hatten wir uns das vorgestellt! Und das Beste: Canterbury war nur noch 20 Kilometer weit weg, Endspurt quasi, mit einer etwas dankbareren Strecke. Leider haben wir in Canterbury genau unseren Zug zurück nach London verpasst (er stand noch da, aber wir hatten noch kein Ticket) und mussten dann noch eine Stunde totschlagen. In Canterbury selbst waren wir dieses Jahr schon mal, darum sind wir nur noch mal kurz durch den Stadtkern geschlichen.
Vielleicht kommen wir eines Tages noch ein drittes Mal vorbei, um die Kathedrale zu besichtigen. Die ist zwar sehr geschichtsträchtig, aber auch hinter hohen Mauern versteckt und kostet nicht wenig Eintritt.

Oxford & Umgebung

Am Samstag haben wir einen Wanderausflug nach Oxford gemacht. Statt einmal durch die Innenstadt zu laufen, haben wir uns eine Wanderroute rausgesucht, die nicht nur durch den Ort führt, sondern auch durch die Umgebung. Und die ist sehr, sehr grün!
Vom Bahnhof aus sind wir zur Isis gegangen, so heißt ein Abschnitt der Themse hier (kommt von Thamesis, dem lateinischen Namen der Themse).
Dort ging es immer weiter am Fluss lang, vorbei an Hausbooten, einem kleinen Hafen, grasenden Kühen, Kanadagänsen und Kaninchen. Und natürlich wäre es nicht Oxford, wenn nicht auch einige Achter vorbeigerudert wären, begleitet von Motorbooten, die die Ruderer über Lautsprecher anspornten.
Der Weg führt vorbei an der Godstow Nunnery, einer Klosterruine aus dem 12. Jahrhundert, von der allerdings nicht viel mehr als die Außenmauern stehen. Angeblich spukt es dort.
Anschließend ging es am Oxford Canal weiter, wo auch wieder viele Hausboote festgemacht waren. Wieder ziemlich grün und ziemlich idyllisch. Und sehr nass. Durch Oxford fließen sowohl die Themse als auch der Cherwell (der später in die Themse mündet). Letzterer speist außerdem den Oxford Canal.

Auf den Cherwell sind wir dann auch noch gestoßen und dort entlang durch den Matsch gelaufen, während ganz viele Studenten auf dem Fluss in Stechkähnen (sog. Punting) unterwegs waren. Das ist hier auf den Flüssen sehr populär, in Cambridge kann man sich auch durch die Stadt staken lassen.
Diese Parkanlage grenzt an die Innenstadt, wo uns die Tour an den alten Colleges vorbeiführte. Die University of Oxford wurde im 12. Jahrhundert zum ersten Mal erwähnt und ist damit die älteste Uni in Großbritannien und die drittälteste in Europa.
Die Universität besteht aus 38 Colleges, wie die einzelnen autonomen Bestandteile heißen. Sie kümmern sich nicht nur um die Studenten, sondern sind auch für das Tutoring verantwortlich. Eines der ältesten ist das Merton College.
Ein weiteres wichtiges College ist Christ Church. Zahlreiche britische Premierminister haben dort studiert und einige Szenen von Harry Potter wurden auch dort gedreht. Auf dem Gelände des Colleges befindet sich außerdem die Kathedrale der anglikanischen Diözese Oxford. Aber das ist wahrscheinlich nicht der Grund für die vielen Besucher.
Alt sind in Oxford nur die Gebäude. Neben Touristen tummeln sich unzählige Studenten in der Stadt. Überall steppt der Bär und im Gegensatz zu London sind viele mit dem Fahrrad unterwegs.
Es war eine schöne Tour bei bestem Wetter. Oxford ist ein tolles Ausflugsziel, ca. eine Stunde von London Paddington entfernt. Es gibt hübsche und eindrucksvolle Häuschen, eine sehr nette Innenstadt und viele Grünflächen, die bei warmem Wetter viele Sonnenanbeter und Sportler anlocken.

Samstag, 3. Mai 2014

London City Farms

Man möchte es kaum glauben, aber hier in London, mitten in der Stadt, gibt es etliche Bauernhöfe, die man kostenlos besuchen kann. Dort können sich die kleinen Stadtkinder dann angucken, wie so ein Schaf aussieht und vielleicht auch, wie eine Mohrrübe wächst. An manchen ist noch ein Reitclub angeschlossen.



Es gibt in London 9 kostenlose City Farms. Diese finanzieren sich überwiegend über Spendengelder, außerdem haben sie noch einen Hofladen oder ein Café, wo Erzeugnisse verkauft werden. Ehrenamtliche Helfer werden auch immer gesucht.

Auf den Bildern seht ihr ein paar Bewohner der Mudchute City Farm und der Surrey Docks Farm, die beide nicht allzu weit von uns entfernt sind. Es sind überwiegend Schafe und Ziegen, Geflügel, Schweine, Ponys, Rinder, Esel, Lamas und Kleintiere wie Kaninchen und Meerschweinchen.

Freitag, 2. Mai 2014

NHS und Krankenhäuser

Das britische Gesundheitssystem ist etwas anders aufgebaut als das deutsche. An der Spitze steht der staatliche NHS (National Health Service), der allen Personen mit Wohnsitz im Vereinigten Königreich eine kostenlose medizinische Grundversorgung bietet. Er wird ausschließlich durch Steuern finanziert, nicht durch eine Sozialversicherung. Eine private Zusatzversicherung ist möglich und viele Arbeitgeber bieten das mit als Zugabe zum Gehalt (aha, Sachbezüge nennt man das also, bei uns heißt das Benefits). Ich habe auch so eine, musste sie aber bisher noch nie in Anspruch nehmen.

Voraussetzung für eine Behandlung ist, dass man sich bei einem GP (General Practitioner), einem Hausarzt, registriert hat. Dieser ist immer der erste Ansprechpartner, Fachärzte gibt es nur mit Überweisung. Die Terminvergabe läuft automatisiert, d. h. wenn der GP eine Überweisung veranlasst, kriegt man ein paar Tage später einen Brief vom Facharzt bzw. Krankenhaus mit einem Termin (wenn der nicht passt, muss man eine Hotline anrufen). Für Rezepte muss man beim Einlösen eine Gebühr zahlen (aktuell 8,05 £), die Medikamente sind dann aber kostenlos.

Der NHS ist im Ausland sehr verschrien, aber ich muss sagen, ich habe bisher nur positive Erfahrungen gemacht und fühle mich gut aufgehoben. Liegt wahrscheinlich auch an der Großstadt. Man muss sich immer vor Augen halten, dass es nur eine Grundversorgung ist. Manchmal hat man richtig Pech (ich kenne einige Horrorstorys), aber meine Ärzte waren bisher sehr nett und machten einen kompetenten Eindruck, auch wenn es erst mal irritierend ist, wenn sie im Intranet nach Krankenheiten googeln oder in einem telefonbuchartigen Schinken nach Medikamenten suchen. Hier ist das der heilige Gral des neuesten Wissensstandes ... Die Kliniken sind auf den ersten Blick etwas abschreckend. Sie versprühen einen spröden sozialistischen Charme und sind gerne etwas abgeranzt. Aber mal ehrlich, die sterilweißen Krankenhäuser und Arztpraxen in Deutschland haben die Hygieneweisheit ja auch nicht gerade mit Löffeln gefressen.

Hier mal ein Blick in "mein" Krankenhaus:

Donnerstag, 1. Mai 2014

Feiertage

Ihr habt's gut! Heute am 1. Mai habt ihr frei und wir schuften im Büro. Aber dafür haben wir nächsten Montag frei. Unsere Feiertage sind nämlich ein bisschen anders als in Deutschland.

Unsere heißen "bank holidays", was ursprünglich die Tage bezeichnete, an denen keine Bankgeschäfte abgewickelt wurden. Konsumiert wird an den Tagen heute trotzdem; die meisten Geschäfte haben geöffnet, aber zumindest wird dem Großteil der Schreibtischtäter ein freier Tag gegönnt.

In England und Wales gibt es folgende Feiertage (unterscheiden sich z. T. von Schottland, Nordirland und Irland):

  • 1. Januar (New Year's Day)
  • Karfreitag (Good Friday)
  • Ostermontag (Easter Monday)
  • erster Montag im Mai (Early May Bank Holiday)
  • letzter Montag im Mai (Spring Bank Holiday)
  • letzter Montag im August (Summer Bank Holiday)
  • 25. Dezember (Christmas Day)
  • 26. Dezember (Boxing Day)

Geplant haben wir für das lange Wochenende noch nichts. Wie überall auf der Welt heißt Feiertag hier auch, dass es voll und unverschämt teuer wird, wenn man irgendwo hinfahren(/-fliegen) möchte...